Carboo4U Wasserball Bundesliga – Drama-Kings reloaded, jetzt im Format 16:16

Diesmal nahm das Kölner Drama schon vor dem Spiel in Lünen seinen Anfang, als Trainer Vlad Kapsa kurzfristig gleich drei Spieler absagten. Aus diesem Grund nominierte Kapsa Michael Rabe nach – ein Glücksgriff, wie sich später zeigen dank seiner 4 Tore beim legendären 16:16 zeigen sollte.

Carboo4U Wasserball Bundesliga - Kapitän Jürgen Ignatzy drückte dem Spiel in Lünen gleich mehrere Stempel auf.
Carboo4U Wasserball Bundesliga – Kapitän Jürgen Ignatzy drückte dem Spiel in Lünen gleich mehrere Stempel auf – Foto: Sebastian Knoth

Nach drei Minuten im Auftaktviertel schickten die Referees George Tarnoveichi, der bis dato immerhin schon drei Tore gemacht hatte, zur Überraschung aller mit Rolle auf die Tribüne. Doch nicht nur für den Kölner Torjäger vom Dienst war das erste Viertel unglücklich, denn auch Torwart Jürgen Ignatzy fand nicht zu seinem souveränen Spiel und wurde noch vor der Halbzeit durch Martin Becker ersetzt.

Souveränität war in diesem Spiel sowieso ein rares Gut – bei allen Beteiligten. Stattdessen waren Spannung und Abwechslung im Übermaß vorhanden.

Über das gesamte Spiel prasselten Hinausstellungen und Rollen auf die SGW Köln, so dass gegen Ende Jürgen Igantzy noch mal ins Spiel eingreifen musste – diesmal als Feldspieler, weil es keine anderen Auswechselspieler mehr gab. In dieser sehr ungewohnten Position fand er seine Souveränität wieder und versenkte einen Bogenball. Dieses Ausrufezeichen der besonderen Art ließ Kölner Unzulänglichkeiten, wie verschossene Fünfmeter, unnötige Stürmerfouls, ausgelassene Chancen und verspielte Führungen vergessen. Auch die Tatsache, dass die Kölner in der zweiten Halbzeit zeitweise einem Auswärtssieg nahe waren, kann angesichts dieser Offensivaktion und einem beeindruckenden Mannschaftsgeist übergangen werden.

Nach Spielende setzte Jürgen Ignatzy ungewollt ein weiteres Ausrufezeichen, als er sich bei den Schiris nach einigen unklaren Situationen erkundigen wollte. Die Offiziellen aber witterten Schiedsrichterschelte und bedachten Ignatzy nach dem Abpfiff mit einer Rolle.

Mit etwas Abstand bleiben auf Kölner Seite die Torschützen (Dirk van de Logt (5), Michael Rabe (4), George Tarnoveichi (3), Florian Schmitz (2), Sascha Görlitz und Jürgen Ignatzy (je 1)) und ein legendäres Spiel, das im Sekundentakt zwischen absurdem Theater und epischem Drama schwankte, in Erinnerung. Aber die wichtigste Erkenntnis ist: egal, wer für die SGW Köln im Wasser ist, mit Moral, Kampfkraft und Teamgeist kann man offensichtlich auch und gerade als Drama-Kings Legendäres schaffen.

Foto: Sebastian Knoth
Bericht: Lars Ruhbach